…Die Sonne ist gerade untergegangen, man hört geheimnisvolle Musik, noch weiß niemand was da auf der provisorisch abgesteckten Bühne zu sehen sein wird. Alle Blicke richten sich nun auf den hinteren Aufgang zur Bühne… und da kommen sie, eine Gruppe von sieben Jugendlichen betritt die Bühne. In ihren Händen halten sie hoch lodernde Fackeln. Das gefährliche Spiel mit dem eindrucksvollstem aller Elemente beginnt.
Im Takt der Musik nähert sich die Gruppe den Zuschauern. Die jüngeren in den ersten Reihen sitzen wie gelähmt und hoffen, dass die Flammen in sicherer Entfernung bleiben. Während der nächsten Minuten lassen die sieben Teens die Fackeln kunstvoll beim so genannten Swingen um den eigenen Körper kreisen. Dabei kommen die Fackeln ein paar Mal sehr dicht am Kopf der Artisten vorbei, doch ein nasses Kopftuch bietet eine gewisse Sicherheit.
Vor dem Verlassen der Bühne werden von den sieben noch Fackeln entlang der Bühne entzündet, die nun Bühne und Publikum in ein schummriges Licht tauchen.

Ein anderer Artist betritt die Bühne. Knapp über dem Boden trägt er eine kleine, brennende Metallkugel mit sich nach vorne. Wenige Schritte vor den Zuschauern beginnt der Artist das Diabolo um Arme, Beine oder den Hals kreisen zu lassen. Durch den angetäuschten Wurf in’s Publikum werden alle etwas aus ihrer Ohnmacht herausgerissen – aber auch dieses Mal ist wieder alles gut gegangen.

Ein langes Seil wird in die Manege getragen. Einige der Anwesenden fühlen sich an Szenen auf dem Schulhof ihrer Kindheit erinnert – aber mit Sicherheit hat es keiner der Gäste auf dem Schulhof jemals versucht in einem brennendem Seil zu springen. Der erste Artist läuft in das schwingende Seil ein, macht ein paar Sprünge und verlässt es unter begeistertem Beifall wieder. Doch wenige Momente später verstummt das Klatschen wieder, die Anspannung erhöht sich, denn nun werden zwei Artisten gleichzeitig ins Seil einlaufen. Jedem muss klar sein, dass dies in Kombination mit den brennenden Seile volle Konzentration und ein riesiges Vertrauen der Springer in das Können der Seilschläger erfordert.
Auf den Gesichtern des Publikums ist Erleichterung zu sehen, nachdem die beiden Springer ihre Synchronsprünge beendet haben und gemeinsam aus dem Seil auslaufen.

Die Fackeln rund um die Bühne sind mittlerweile erloschen und das Springseil, das eben noch die Manege erleuchtet hat, ist eiligst gelöscht worden. So sieht man dank des schwachen Mondlichtes nur umrissartig, das sich am Aufgang zur Bühne wieder etwas tut.
Zwei Mädels haben sich mit ihren Pois bereit gemacht, welche nun entzündet werden. Bei dieser Art des Swingens haben die Mädels in jeder Hand eine Metallkette, die fast bis zum Boden reicht, an deren Ende sich Fackel frei schwingt.
Die Pois sind gut mit Lampenöl getränkt, so dass die Flammen beim Weg der Mädels in Richtung Publikum, schon so hoch schlagen, dass sie die Hände der beiden nur knapp verfehlen.
Vorne angekommen beginnen die Beiden mit einer fesselnden Synchronnummer, bei der die Pois um und über den eigenen Körper gedreht werden. Dabei wird die Fliehkraft ähnlich wie bei einem Kettenkarussell ausgenutzt um die Fackeln zwar nicht in sicherer aber in ausreichender Entfernung zu halten. Zum Glück hat keine der beiden Artistinnen sonderlich lange Haare, und so geht auch dieser Programmteil ohne Verletzungen und unter Beifall des Publikums zu Ende.

Als nächstes betreten drei Artisten in völliger Dunkelheit von hinten die Bühne. Vorne angekommen wird ein längliches Rohr an beiden Enden entflammt. Zwei der Artisten treten etwas zurück… der dritte beginnt den „Teufelsstab“ geschickt in der Hand und später um Gummierte Handstäbe kreisen zu lassen. Dabei wird der Stab zeitweise so stark beschleunigt, dass man nur noch einen leuchtenden Ring und keine einzelnen Flammen mehr erkennen kann. Zum Abschluss wird der Stab noch ein letztes Mal hoch in die Luft geschleudert. Dann zieht sich der Artist etwas zurück.
Die anderen beiden, die mit ihm die Bühne betreten hatten, scheinen nun ihre Hände an den Enden des Teufelsstabes zu entzünden. Doch wenige Augenblicke später wird der Zuschauer durch eine ungewöhnliche Balljonglage überrascht. Die meisten Leute sind verblüfft zu sehen, was man mit drei bzw. sechs Bällen anstellen kann.

Als vorletzte Nummer wird nun noch eine weitere Swingnummer der Spitzenklasse präsentiert. Sie überzeugt durch perfektes Timing und abwechslungsreiche Choreografie. Hier wird nichts mehr präsentiert, was man einfach erlernen kann, diese Bewegungen muss man im Blut haben. Wer zu diesem Zeitpunkt noch lautstark die Meinung vertritt, das könne jeder, der verstummt im nächsten Moment, denn nun beginnen die Fünf mit der Fackeljonlage – 15 Fackeln in der Luft werden gebannt vom Publikum verfolgt, bis auch dieser Teil der Show zu Ende geht.
Als letztes kommt noch einmal das Springseil zum Einsatz. Zumindest glaubt man das in der Dunkelheit erkennen zu können. Aber nach dem die Gruppe den Zuschauern näher gekommen ist, erkennt man, dass es sich um zwei Springseile handelt. Zunächst wird aus den Springseilen ein Kreutz gebildet. Die Flamen bilden zu diesem Zeitpunkt eine etwa 40 Zentimeter hohe Flammenbarriere. Nachdem die Seile in Schwung versetzt wurden versuchen zwei Artisten die Seile an der Stelle zu überspringen, an der sie sich beim Schlagen überkreuzen. Dabei müssen die beiden sehr dicht zusammen springen, denn wer sich zu weit vom Mittelpunkt der beiden Seile entfernt verheddert sich zwangsweise in den brennenden Seilen. Aus Sicherheitsgründen stehen an beiden Seiten Helfer mit Handtüchern um die Springenden im Ernstfall löschen zu können. Dadurch baut sich eine Spannung auf, die man förmlich in der Luft spüren kann. Aber auch diese Nummer hat geklappt.
Ungläubig gucken die Zuschauer, als die Artisten versuchen das eben dargebotene noch zu toppen. Die beiden Seile werden nun Parallel geschlagen. Beim so genannten Doubble-Dutch bilden die Seile in einander kreisend eine
zwei Meter hohe Flammenbarriere in die man scheinbar kaum rein oder raus kommt. Ein einzelner Artist macht sich bereit und will den Einlauf wagen. Nicht alle können den Anblick ertragen und drehen sich ab. Aber es hat geklappt nach ein paar anstrengenden und „heißen“ Sprüngen in den Seiler verlässt er sie in Richtung Publikum.

Zum Großen Showdown laufen nun ein letztes Mal alle Artisten und nun auch die Helfer, die sonst hinter den Kulissen löschen oder die Fackeln bereit halten, in die Manege ein um sich ihren Applaus abzuholen. Und den haben sie auch verdient.
An dieser Stelle kann niemand genau sagen wie viel Zeit vergangen ist, aber gelangweilt hat sich keiner!